Preisträger 2013

Seit Mai 2013 konnten sich mittelständische Wirtschaftsunternehmen um den mit 10.000 Euro dotierten Innovationspreis „NACHHALTIG WIRTSCHAFTEN!“ des Wirtschaftsclubs Saar-Pfalz-Moselle bewerben. Der Preis adressierte Unternehmer in der Region, die ökonomischen Erfolg bewusst und verantwortungsvoll mit der Berücksichtigung sozialer und ökologischer Aspekte verbinden. In diesem Jahr lag der Fokus auf dem Thema „Energieeffizienz“.

Die Jury aus Wissenschaftlern, Unternehmern und Politikern mit Wurzeln in verschiedenen Branchen wog die Bewerbungen gegeneinander ab. Neben der Nachhaltigkeit und der Energieeffizienz fanden die Kriterien soziale Verantwortung, Förderung der Beschäftigungsfähigkeit, Relevanz für die Region, Innovationsleistung Beachtung. Am 12. November 2013 wurde den Gewinnern in Saarbrücken neben dem Preisgeld eine Statue mit dem Logo des Innovationspreises „NACHHALTIG WIRTSCHAFTEN!“, einer fleißigen Biene, übergeben.

Der 1. Preis (10.000 Euro) wurde zwischen zwei Unternehmen aufgeteilt – dem Frischdienst Daum und der juwi AG.

Die Erfolgsgeschichte der Firma Heinrich Daum Nachfolger OHG (kurz: Frischdienst Daum, www.frischdienst-daum.de) begann bereits im Jahre 1926, als der spätere Firmengründer Heinrich Daum eine Stelle als Fahrer in einem Lebensmittelgeschäft in Landsweiler-Reden antrat. Kurz danach übernahm er dieses Geschäft und gründete zusätzlich eine Großhandelsfirma. Er leitete den Betrieb bis zu seinem Tode 1980, danach führten seine Frau Emilie Daum und seine beiden Söhnen Horst und Manfred den Lebensmittelgroßhandel weiter. Seit 1998 leitet Jörg Poeschel (Stiefsohn von Horst Daum) die Firma - nunmehr in der dritten Generation. Der Frischdienst Daum beliefert Bäckereien, Kantinen, Metzgereien, Gastronomiebetriebe im gesamten Saarland und in Rheinland-Pfalz mit Lebensmitteln, insbesondere mit frischen Produkten wie z. B. Milchprodukten, Eiern und Eierprodukten, Tiefkühlkost, Obst und Salaten, Trockensortimenten, Fetten etc. Die firmeneigene moderne Fahrzeugflotte umfasst schadstoffarme LKW, die entsprechend geschulten Fahrer planen ihre Touren nach Energieeffizienzvorgaben.
Der Frischdienst Daum erhielt den 1. Preis im Wettbewerb insbesondere für den vorbildlichen Neubau eines Betriebsgebäudes mit einer Vielzahl innovativer energetischer Maßnahmen zur Wärmedämmung und Wärmerückgewinnung. Diese Maßnahmen wurden in Zusammenarbeit und auf der Basis von Gutachten und Renditeberechnungen des Umweltcampus Birkenfeld durchgeführt. „Eine vorbildliche Kooperation zwischen Praxis und Wissenschaft“, so Jurymitglied Dr. Hanspeter Georgi (Minister a. D. und Sprecher des Kuratoriums des Wirtschaftsclubs).

Die juwi AG (www.juwi.de) zählt zu den weltweit führenden Spezialisten für erneuerbare Energien und bietet Projektentwicklung sowie Produkte und Dienstleistungen rund um die Energiewende an. 1996 von Fred Jung und Matthias Willenbacher in Rheinland-Pfalz gegründet, beschäftigt das Unternehmen heute rund 1.700 Mitarbeiter in über 15 Ländern und erzielte 2012 einen Jahresumsatz von rund einer Milliarde Euro. Zu den Geschäftsfeldern der juwi-Gruppe zählen vor allem Projekte mit Solar-, Wind- und Bioenergie, aber auch Lösungen für die Direkt- und Eigenversorgung mit Strom und Wärme aus erneuerbaren Energien. juwi entwickelt zudem Komponenten, um Strom aus erneuerbaren Energien günstiger zu machen. Speichertechnologien und Holzbrennstoffe runden das Portfolio ab. Im Bioenergie-Bereich weist juwi zahlreiche Referenzen für Holzpellets-Produktionsanlagen, Biogasanlagen und Nahwärmenetze mit Contracting-Lösungen auf.
Die juwi AG punktete im Wettbewerb um den Innovationspreis mit einem der energieeffizientesten Bürogebäude der Welt, das mehr Energie produziert, als es verbraucht. Zudem setzt das Unternehmen auf Elektromobilität und Mitfahrerbörsen. „Ein Energiekonzern, der seine grüne Überzeugung auf allen Ebenen lebt“, so die Meinung von Jurymitglied Dr. Bernd H. Schmidt (Geschäftsführer der Dialogika GmbH, Vorstandsmitglied Wirtschaftsclub).

Zudem verlieh die Jury zwei zweite Preise: an die Enerventis GmbH & Co. KG und die SRP Saarländische Rohprodukte GmbH.

Die Enerventis GmbH & Co. KG (www.enerventis.de) mit Sitz in Saarbrücken agiert als Generaldienstleister für die gesamte technische Gebäudeausrüstung und bietet das komplette Portfolio von der Planung und Optimierung über die Ausführung bis zum Betrieb aus einer Hand. Enerventis vereint dabei die Kompetenzen der Ingenieurgesellschaft IG tec, der QBUS Holding - als Teil der neuen OBG Gruppe - und der Facility Management-Experten der FAMIS in den Bereichen Planung, Bau, Finanzierung, Betrieb und Projektmanagement, um Synergien zum Vorteil der Kunden zu generieren.
Enerventis bewarb sich ebenfalls mit einem Bürogebäude, dem QBUS am Eurobahnhof in Saarbrücken. Der QBUS kommt auf seinen 1.700 Quadratmetern Nutzfläche ohne konventionelle Heizung aus, denn er verfügt neben der Gebäudedämmung über eine neuartige Fensterkombination, die erstmalig mit innenliegendem Sonnenschutz im Passivhausbereich eingesetzt wurde. Außerdem wurde eine kontrollierte Be- und Entlüftung mit Wärmerückgewinnung installiert sowie eine Wärmepumpe mit Erdwärmesonden, die die Umweltwärme im Winter und die Kühle im Sommer für das Gebäude optimal nutzt. Die Energiekosten für Heizung und Kühlung des Passivbürohauses tendieren gegen Null. „Hier wird all das umgesetzt, was derzeit energetisch beim Bau von Büros auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten machbar ist“, so die Meinung des Jurymitglieds Prof. Dr. Dr. Olaf Kühne (Hochschule Weihenstephan-Triesdorf; ehem. Stiftungsprofessur Nachhaltige Entwicklung an der Universität des Saarlandes).

Die SRP Saarländische Rohprodukte GmbH (www.srp-online.com) aus Homburg ist eine Tochtergesellschaft der Scholz AG mit Sitz in Esslingen bei Aalen und der Loacker Recycling mit Sitz in Götzis. Analog zur Unternehmensphilosophie des Firmengründers Günther Sehn und der späteren Gesellschafter hat sie sich seit dem Jahre 1957 die Wiederverwertung knapper Ressourcen zur Aufgabe gemacht. Das Kerngeschäft der SRP umfasst die Aufbereitung von Stahl- und Gießereischrott sowie NE-Metallen. Dabei orientiert sich das Unternehmen an den Bedürfnissen der vielen regionalen und überregionalen Kunden, die zur Herstellung ihrer Produkte neben Primärrohstoffen vor allem die von SRP produzierten Sekundärrohstoffe einsetzen.
Denn - im Rahmen des Recyclings von eisen- und nichteisenhaltigen Metallen wird von der SRP Saarländische Rohprodukte GmbH eine Shredderanlage eingesetzt, um aus undefinierten Mischschrotten einen qualitativ hochwertigen Sekundärrohstoff für die Wiedergewinnung von Eisen und Stahl in Hütten- und Stahlwerksprozessen herzustellen. SRP hat zur Reinigung der Abluft ein innovatives Reinigungssystem entwickelt und eingesetzt, das die Emissionen nicht nur aus der Abluft filtert, sondern beseitigt. So können die relevanten Grenzwerte nicht nur eingehalten, sondern bei weitem unterschritten werden. Die Anlage der SRP ist die einzige Anlage dieser Art im Saarland. Sie trägt dazu bei, dass die im Saarland anfallenden Mengen an „Wohlstandsschrott“ ohne umweltbelasteten Transport recycelt werden. „Insbesondere die Originalität und der regionale Einsatz dieses Energieeffizienz-Projekts überzeugte die Jury“, so Uwe Kuntz, stellvertretender Vorstandsvorsitzender Sparkasse Saarbrücken, Präsident des Wirtschaftsclubs Saar-Pfalz-Moselle und ebenfalls Jurymitglied.

Kontakt:
Dr. Bernd H. Schmidt (DIaLOGIKa GmbH): 06897/9350
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